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Foto's: Katrin Tretbar


Meuselwitz trotzt RB ein 2:2 ab

Bericht von Guido Schäfer

Meuselwitz. 7:0 (4:0) in Grimma, gestern ein 2:2 (1:0) in Meuselwitz, RB bleibt ungeschlagen und nähert sich, ja, Galaform. Wenn wahr ist, dass die ersten Schritte den Weg weisen, sollten die Bayern, Schalker, Dortmunder und Co. schon mal nach ihren warmen Strickjacken suchen.
Ja, RB verbreitet wieder Angst und Schrecken.
Ja, RB kann auch dreimal 30 Minuten – jedenfalls fast.
Ja, die Bundesliga-Stars von Ralf Rangnick haben den Schuss aus Rangnicks Silberbüchse gehört.
Ja, der Teil 4 von „Zurück in die Zukunft" hat gerade begonnen.
Ja, Übertreibung veranschaulicht – und natürlich haben Testspiele, insbesondere jene gegen die sechste (Grimma) und vierte Liga (Meuselwitz), nichts mit der nervenzerfetzenden Realität im Signal-Iduna-Park oder der Allianz-Arena zu tun.

Aber: Für schöne Gefühle gibt es keinen Ersatz. Selbst in der Vorbereitung. Und so blinzelte Cheftrainer Ralf Rangnick einigermaßen zufrieden in den Zipsendorfer Abendhimmel. „Wir haben im ersten Drittel Ball und Gegner laufen lassen, das war gut." Danach schickte Rangnick die U19 aufs Feld, kam Meuselwitz auf. Für die RBTore sorgten vor 3158 Fans Jean-Kevin Augustin und Fabrice Hartmann. Der Ex-Leipziger Hendrik Ernst köpftelte nach einer Ecke von Standard-Gott Sebastian Albert (auch ein Ex-RB-Aktivist) zum 2:1 ein. Das späte 2:2 durch René Weinert entsprach den sich wandelnden Kräfteverhältnissen. ZFC-Coach Heiko Weber: „Wir haben uns bestens präsentiert." Bestens soll und wird das sein, was den 15 000 bis 18 000 Fans morgen in der Red-Bull-Arena gegen den 1940 gegründeten schwedischen Verein Bollklubben Häcken geboten wird. Rangnick will schon nach dem Hinspiel der Europa-League-Qualifikation möglichst klare Bilder sehen. Bilder Richtung nächste Runde.Die Schweden sind keine Laufkundschaft, können an einem besonderen Tag einem besonders trägen Bundesligisten weh tun.
Der Mann der Stunde bei RB kommt aus Uruquay. Wenn‘s läuft, dann läuft’ – auf und neben dem Platz. Siehe Marcelo Saracchi. Der jung-dynamische Linksverteidiger hat just seinen ersten großen Profivertrag unterschrieben (den bei RB/bis 2023) und sich damit jeglicher existenzieller Nöte entledigt. Beim letztjährigen Bundesliga-Sechsten besticht der 1,72 Meter kleine Wirbelwind mit allem, was man so braucht auf der betreungsaufwändigen linken Abwehr-Position. Deutsche Disziplin, uruguayische Härte und deutsch-uruguayische Athletik. Und weil der eigentliche RB-Linksverteidiger, Nationalspieler Marcel Halstenberg, 26, noch einige Wochen braucht, um Ansprüche stellen zu können, ist der 20-jährige Uru einstweilen eine Bank auf links. Saracchi scheint die Sonne nicht nur aus sportlichen und finanziellen Gründen aus der Turnhose. Das quadratisch-praktische-gute Kraftpaket, das in Körberbau und Veranlagung an den französischen Fußball-Helden Bixente Lizarazu erinnert, wird Papa! Im Unkehrschluss wird Freundin Luciana im Januar: Mama. An der Babyfront haben die sonst so willigen RB-Profis bisher wenig zustande gebracht. Vom aktuellen Kader weiß nur Kevin Kampl wie es ist, wenn die Leibesfrucht morgens um drei Hunger/Durst hat. Diego Demme denkt über Vermehrung nach, Emil Forsberg und Marcelo Saracchi sind da schon einen Schritt weiter.

Apropos Papa: Die Zeit des zweifachen Familienvaters Fabio Coltorti, 37, ist bei RB nach sechs Jahren offenbar abgelaufen. Der Vertrag des Schweizer Bergmassivs, das wesentlich an drei Aufstiegen beteiligt war, lief am 30. Juni aus. Eine Verlängerung (als Torhüter) wird intern mittlerweile ausgeschlossen. Hintertür: Der Sympathieträger wird bei RB an anderer Stelle eingebunden. RB, erstes Drittel: Müller – Mukiele, Orban, Konaté – Klostermann, Ilsanker, Kampl, Saracchi – Cunha, Augustin, Bruma. Eingewechselt: Stierlin. Mekonnen, Bruno, Hoppe, Hartmann, Majetschak, Holm, Winter, Talabidi


Bericht von Jörg Wolf

Fußballfest in der bluechip-Arena zu Zipsendorf: Vor 3158 begeisterten Zuschauern hat Regionalligist ZFC Meuselwitz am Dienstagabend dem Bundesligisten RB Leipzig ein völlig verdientes 2:2 abgetrotzt. Beide Teams spielten im ungewohnten Testmodus von drei mal 30 Minuten. Jeweils zehn Minuten Pause zwischendurch gestattete Schiedsrichter Michael Wilske aus Bretleben.

Ein Klassenunterschied von drei Ligen war sicher punktuell zu sehen. Aber wie sich die Meuselwitzer frech und engagiert gegen die Stars von Ralf Rangnick verkauften, war aller Ehren wert. Im ersten Drittel schickte Rangnick noch alle verfügbaren Stars der Leipziger auf das satte Grün der Arena. Und die gingen zwar in der 14. Minute durch Jean- Kevin Augustin mit 1:0 in Führung. Aber auf der Gegenseite zeigten die Meuselwitzer ein ums andere Mal, was in ihnen steckt: Erst setzte Kapitän Sebastian Albrecht in der zehnten Minute einen Schuss gegen den Pfosten, dann schoss Luca Bürger, der übrigens mehrere solcher Hochkaräter zeigte, knapp am Tor vorbei. Und mit Tom Pachulski hatte der ZFC einen Keeper zwischen den Pfosten, der mit Glanzparaden vieles wegfischte. Das Drittel endete mit 0:1. Nun wechselte der RB-Trainer vor dem zweiten Durchgang sowie in dessen Verlauf schrittweise die Profis gegen U19 und U17-Spieler aus. Alles hervorragend ausgebildete Talente. Aber die Mannen vom ZFC kamen immer besser in die Partie. Zwar gelang für RB Fabrice Hartmann in der 40. Minute noch das 0:2. Aber dann zeigte der ZFC zunehmend Zähne. Und ein Minütchen vor der zweiten Pause Jubel im Rund auf Seiten des ZFC: Henrik Ernst, Ex-RBler, war per Kopf nach Zuckerecke von Sebastian Albert in der 59. Minute der von allen so ersehnte Anschlusstreffer gelungen. Dieses Bild änderte sich im letzten Drittel nicht: Im Gegenteil. Jetzt war Zipse am Drücker und hatte sogar klare Chancenvorteile. Der Routinier René Weinert stellte in der 85. Minute den Ausgleich her. „Im Grundsatz bin mit der Leistung meines Teams zufrieden. Auch wenn sich hier und da noch Fehler eingeschlichen haben", so RB-Trainer Ralf Rangnick. „Aber solange wir mit unseren Profis auf dem Platz gestanden haben, sah das gut aus."
Heiko Weber: „Alle, die heute auf dem Platz standen, haben ihre Leistung gezeigt. Es ist doch das Schönste überhaupt, dass wir uns vor so einer tollen Kulisse so erfolgreich präsentieren konnten, Wir haben eine bessere Mannschaft am Start, als im vergangenen Jahr", so Weber.



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